
Isabelle Huppert
Geboren am 16. März 1955,
Paris, Frankreich


Portrait | Filmographie | Auszeichnungen


Sie ist ein großer Star in ihrem Heimatland Frankreich und eine der angesehensten Schauspielerinnen in Europa: Isabelle Huppert. Im Laufe ihrer beindruckenden Karriere dreht sie mit den angesehensten Regisseuren wie Claude Goretta, Jean-Luc Godard, Michael Cimino, mit Werner Schroeter und vor allem immer wieder mit Claude Chabrol, mit dessen Meisterwerken sie große Erfolge feiert und zur wichtigsten europäischen Schauspielerin ihrer Generation avanciert. Die zierliche Aktrice – sie mißt gerade einmal 1,52 Meter - wird vorbehaltlos vom Publikum bewundert, in den seltensten Fällen aber geliebt, sicherlich eine Folge ihrer unnahbaren Aura, ihres diskreten, eher distanzierten Spiels, bei dem immer der große Kontrast zwischen ihrer zierlichen Erscheinung und ihrer großen Willensstärke auffällt. Auch ihre Rollen, die von Tragik, nicht von Romantik oder gar Komik geprägt sind, machen es dem Publikum nicht immer leicht, sie ins Herz zu schließen.
Isabelle Anne Huppert wird im März Mitte der 50er Jahre als Tochter einer Englischlehrerin und eines Unternehmers in Paris geboren. Schon mit vierzehn Jahren während der Schulzeit belegt sie Schauspielkurse in Versailles und spielt erste kleine Bühnenrollen. Nach dem Abitur besucht sie das Conservatoire National d'Art Dramatique in der französischen Metropole. Mit sechzehn Jahren erhält sie Anfang der 70er Jahre ihre erste Kinorolle in "Faustino ou le bel été", der Film macht sie gemeinsam mit der jungen Isabelle Adjani über Nacht zu gefeierten französischen Jungstars. Von da an spielt sich Isabelle Huppert unaufhaltsam nach oben, sie brilliert sie in Bertrand Bliers "Die Ausgebufften" an der Seite von Gerard Depardieu und in "Der Richter und der Mörder". Kurze Zeit später bringt ihr "Die Spitzenklöpplerin" hervorragende Kritiken und macht sie schon mit Anfang zwanzig zum internationalen Star. In der Folge bringt ihr vor allem die Zusammenarbeit mit Claude Chabrol großes Lob ein, sie spielt unter seiner Regie in "Violette Nozière", als Engelmacherin Marie Latour in "Eine Frauensache", in dem Psychothriller "La Cérémonie" und an der Seite von Michel Serrault in "Rien ne va plus - Das Leben ist ein Spiel". Von ihren Erfolgen ermutigt versucht Isabelle Huppert auch einmal den Sprung über den großen Teich und versucht sich in Michael Ciminos Monumental-Western "Heavens Gate" in Hollywood. Der Film floppt wie kaum ein anderer – obwohl er heute als einer der besten jemals gedrehten Western gilt - und Isabelle unternimmt keine weiteren Schritte zur Eroberung der Filmmetropole am Pazifik.
Zwölfmal ist Isabelle Huppert für den César, Frankreichs Pendant zum amerikanischen Oscar, nominiert, bevor sie ihn für "Biester"bekommt, in dem sie mit Sandrine Bonnaire eine ganze Familie auslöscht. Ihre eigene Familie behandelt sie deutlich besser, Details aus ihrem Privatleben gibt sie nur selten und noch seltener freiwillig preis. So ist nur wenig bekannt, sie ist seit Anfang der 80er Jahre mit Regisseur Ronald Chammah verheiratet, hat von ihm Tochter Lolita und die Söhne Lorenzo und Angelo, mit denen sie in Paris lebt. Sie liebt Literatur, Philosophie, Bach, Patti Smith, Blondie und Filme der cineastischen Querköpfe David Lynch, Todd Solondz oder Todd Haynes. Lachen sieht man sie selten, vielleicht spielt sie doch einfach zu viele deprimierende Rollen. Was sie selbst gänzlich anders sieht: "Persönlich wäre ich viel betroffener, wenn ich nicht in solchen Filmen hätte spielen können. Ganz sicher würde ich mehr leiden, wenn ich unter schlechten Regisseuren agieren müsste. Manchmal ist Gutes einfach mit Schmerz verbunden". Da hat sich die strenge Französin im Laufe ihrer Karriere sicher einige Male tüchtig wehgetan...
Last update: 12:39 28/07 2007